Zum Abschluss der Maestro-Tour dieses Jahr wollten wir vom Save-Me-Kaizer-Team uns was Schönes gönnen, also wurde das Kaizermobil vollgetankt, Susi S. in Hamburg aufgesammelt und nach Kopenhagen gefahren. Zwei ausverkaufte Kaizers Orchestra Konzerte im legendären Vega sollte man sich nicht entgehen lassen. Das erste, was uns in Kopenhagen auffiel, waren die vielen Fahrräder, die das Stadtbild maßgeblich bestimmen. Nicht selten sitzt auf dem Fahrrad auch eine durchgestylte Geschäftsfrau mit Kostümchen und hohen Stiefeln. Naja, das war dann eher was für die Jungs. Die dänische Sprache ist übrigens der norwegischen im Schriftbild so ähnlich, dass man sie ohne Probleme lesen kann, aber verstehen…? Der Vergleich mit der heißen Kartoffel im Mund fällt mir da wieder ein. Aber wer kennt nicht den dänischen Koch aus der Muppet-Show? Smørebrodt, Smørebrodt, Rømpømpømpøm... Es klingt wirklich so ähnlich.
Also, erstmal Sachen im Hotel abladen und schnell zum Vega gehetzt, denn die Türen werden um 7 geöffnet. Der Andrang vor dem Vega war zwar nicht so groß wie in Oslo, aber wir fühlten uns schlagartig alt. Es war uns ein Leichtes, das Durchschnittsalter der anstehenden Fans um zehn Jahre anzuheben... Als die Türen aufmachten, schafften wir es auch in die zweite Reihe, da aber der Quetsch- und Quietschfaktor bei diesem Publikum noch um einiges höher als in Oslo war, zog Shirin es nach fünf Liedern vor, weiter nach hinten zu gehen. Da war die Sicht immer noch gut, aber es wurde nicht so schlimm gedrängelt. Das Konzert an sich war hervorragend, aber wir beschränken uns mal darauf zu berichten, dass der Boden des Saals während des Konzerts so sehr nachgab, dass wir Angst hatten zusammen mit der Band unterzugehen. Zum Glück passierte das nicht. Obwohl, ob man dann der Errettung näher ist?
Und damit kommen wir auch zum zweiten Konzert am Donnerstag, das definitiv zu den besten Kaizers Konzerten überhaupt gehörte (Shirin mit mittlerweile 44 Konzerten darf man da durchaus als Autorität gelten lassen.). Durch die Erfahrung am Vortag klüger (Janove war Karsten in einem unaufmerksamen Moment beim Stagediven auf den Kopf gesprungen und Karsten hatte so eine Art Schleudertrauma davongetragen), zogen wir vier es diesmal vor auf die Galerie zu gehen. Eine gute Wahl, denn von da aus hatten wir alles in Blick, konnten unser Save Me! Shirt ans Geländer befestigen und 'in Ruhe' die Sau rauslassen. Wie auf der bisherigen Tour auch eröffnete Herr Geoff Berner das Konzert. Sein ewiger Sarkasmus legte nach ein paar Shows einige Nerven blank. Er weiß ganz genau, was er sagen muss, um das überwiegend junge Publikum zu begeistern. Da kommen Sprüche wie "My name is Geoff Berner, I am from Canada. NOT the United States.... WE didn’t go to Iraq." Naja, er ist immerhin der "Whisky Rabbi", da kann er folgenden einfachen Vergleich anstellen: "Just consider this: Osama Bin Laden doesn’t drink. And George Bush doesn’t drink." Nach dem dritten Mal verliert es den Überraschungseffekt. Das hat dann doch Michael Moore Niveau, platt, populistisch und effekthascherisch. So sympathisch und politisch engagiert der junge Mann auch ist, bisweilen ertrinkt er buchstäblich im Weltschmerz und in extremem Zynismus. Das junge dänische Publikum nahm auf jeden Fall dankbar den Warm-Up- bzw. Support-Act an und hatte sichtlich Spaß. Und dann kamen endlich die Götter in Schwarz.
Zahlreiche Kameras waren aufgebaut, um das Konzert des Jahres einzufangen. Das rote Kaizers-Orchestra-Logo, das während der Europa-Tour aus Kostengründen zu Hause bleiben musste, war dabei und sorgte beim ersten Aufleuchten für hysterische Schreie. Gut gelaunt und voller Energie begannen die Herren ihre Show. Die Setlist kann sich sehen lassen:
Lucky
girl!!!
KGB
Delikatessen
Knekker deg til sist
Hevnervals
Container
Señor Flamingos Adieu
Blitzregn Baby
Bøn Fra Helvete
Mann Mot Mann
Kontroll På Kontinentet
Christiania
På Ditt Skift
Dr. Mowinckel
Di Grind
Dieter Meyers Institution
Evig Pint
Ompa til Du dør
Maestro
Mr. Kaizer...
Sigøynerblod
Bak et Halleluja
Resistansen
170
Die Polizei
Diesmal wie auch am Tag zuvor suchten einige der Herren Kaizer den vollen Körperkontakt mit der Menge, Janove sprang zwei Mal ins Publikum und ließ sich singend davontragen. Ansonsten posierte er bei einigen Liedern mit einem Zylinderhut, den ein Fan am vorigen Tag auf die Bühne geworfen hatte. Wir finden den Hut sehr schick und hoffen, ihn öfter auf seinem Kreativkopf zu sehen. Ein glückliches Mädchen aus dem Publikum schaffte es dann sogar, einen Kuss vom Maestro höchstpersönlich zu ergattern (siehe Bild). Sollte dieser Moment auf die DVD kommen, wird sie wohl hundert Jahre Grund zum Jubeln haben!! Killmaster, ganz der Moses, teilte ohne größere Mühen die Menge und lief Gitarre spielend hindurch. Geir bog und wand sich, dass man Angst bekam, er könne sich was brechen und führte die wildesten Rock'n'Roll Bewegungen aus. Die Dänen schrieen, jubelten und tanzten währenddessen und hatten den Spaß ihres Lebens (und wir mit ihnen!!). Wir kreischten, wenn es verlangt wurde, flüsterten, wenn höflich danach gefragt wurde oder schwangen die Arme hoch, wenn Janove das wollte. Es ist immer wieder faszinierend, wie Janove sich in das Publikum einfühlen kann. "Christiania" ließ er z.B. mit "Bevar Christiania" ("beschützt Christiania") ausklingen, womit er den meisten Leuten im Publikum anscheinend aus der Seele sprach, da fast alle mitsangen. Christiania ist eine kleine autonome Kolonie Mitten in Kopenhagen, wo ziemlich viele Alt-Hippies und alternativ denkende Menschen leben. Da es dort leider aber auch viele Kriminaldelikte und Drogenprobleme gibt, wollen viele Politiker Christiania dicht machen. Das hat dazu geführt, dass viele Bürgerrechtler mit Slogans wie eben "Bevar Christiania" auf die Barrikaden gehen. Ein recht komplizierter Fall...
Hatmaaaaaaan!!Beim letzten Lied "Die Polizei" sang dann das gesamte Publikum hingebungsvoll solange den Refrain aus voller Kehle, bis die zutiefst beeindruckten Herren die Bühne verließen und die Lichter angingen. Was für ein schönes Ende!
Wir glauben, dass wir für alle sprechen können, wenn wir sagen, dass es uns mit Kaizers nie langweilig werden wird. Es gibt zwischendurch mal Konzerte, wo der Funke nicht ganz überspringt, aber beim nächsten Mal wissen wir, dass die Band es wieder schaffen wird, uns das halb wahnsinnige Lächeln ins Gesicht zu zaubern, das wir nach den Konzerten immer zur Schau tragen. An dieser Stelle möchte Shirin auch allen danken, die auf dieser Tour dabei waren und dafür gesorgt haben, dass die Tour noch schöner wurde, vor allem, Susi, Candy und Thomas noch einmal fürs Fahren und Mitdabeisein, Britt für die Übernachtungsmöglichkeit, der ganzen Kaizers-Crew für all die netten Dinge, die sie sagte und tat, und natürlich der Band für die unglaublich schöne Zeit, die sie uns bescherte. Und last but not least allen Fans, die es überhaupt möglich machen, dass Kaizers so oft auf Tour gehen können. Ihr seid die Besten! Wir freuen uns jetzt schon auf die nächste Tour!! Shirin & Thomas
In Norwegen haben Kaizers dieses Jahr ihr Publikum nicht enttäuscht.
Save-Me-Kaizer durfte während der Eröffnungs-Tour in Stavanger,
Bergen und Oslo erleben wie die Band innerhalb von anderthalb Stunden tausende
von Zuschauern dazu brachte, um eine Einweisung zu bitten, denn nichts anderes
bedeutet "legg meg inn…" (siehe "Dieter Meyers Insitusjon").
Natürlich sind Kaizers in Norwegen und Dänemark Superstars und ihre
Konzerte sind üblicherweise schnell ausverkauft, aber die Zeichen stehen
nicht schlecht, dass sie bald auch in Deutschland den Status einer fantastischen
Live-Band erreichen, die man gesehen haben muss. Nach Zeugenaussagen waren
die Konzerte in Hamburg und Berlin nicht nur gut besucht (Berlin war sogar
‚doppelt’ ausverkauft), das Publikum wusste, was es zu erwarten hatte und
wurde nicht enttäuscht. Das gestrige Konzert in Frankfurt bewies wieder
einmal, wie schnell Kaizers sich einer Menschenmasse bemächtigen können.
Dabei ist es ihnen egal, ob sie vor 1200 spielen wie in Oslo oder vor 500
Leuten (ich habe auch schon brillante Konzerte vor 80 Leuten gesehen), sie
sacken alle und alles ein, was da ist, es grenzt fast an Gehirnwäsche
(war das jetzt kryptisch?). Ohne routiniert zu wirken bietet die Band dem
Publikum eine explosive Show mit viel Interaktion zwischen Musikern und Fans
und ist immer wieder für Überraschungen gut. Janove hat seine Stimme
so gut wie noch nie im Griff, experimentiert mit unterschiedlichen Stimmlagen,
lässt den Blues in seiner Stimme viel stärker rauskommen. Manchmal
hat man den Eindruck einer Zirkusvorstellung z.B. wenn der Gasmaskenmann Helge
wie ein Berserker seine Krallen in die Orgeltastatur haut und dem Publikum
drohende Blicke zuwirft, oder Hellraizer Geir die eckigsten Bewegungen vollführt,
die man je gesehen hat (der Quadraaaaaatmann!) oder Rune sich auf seine Drums
stellt und von oben herab spielt, aber gerade das macht ja den Reiz von Kaizers
aus. Ein Konzert besteht nun mal nicht aus perfektem Runterspielen von Songs,
es geht hier auch um eine Verschmelzung von Bewegung und Musik. Es sind die
ironischen Unter- und Übertöne, die eine Kaizers-Show zu einer einzigartigen
Erfahrung machen. So, jetzt habe ich genug Blödsinn verzapft. Manchmal
muss so was sein… jetzt mal zum Konzert in Frankfurt.
Geoff Berner, der zynische Jude aus Kanada, den Kaizers sich vor kurzem angelacht
haben, machte den Anfang und gab auf seinem Akkordeon Songs wie "The
Way she drinks beer" und "Whiskey Rabbi" zum Besten. Berners
Texte sind politisch, kritisch und zum Brüllen komisch. Nehmen wir z.B.
diese Aussage (so dem Sinn nach): "I came to God and said, why is there
drugs and alcohol in this world, and God said, well, this is my gift to you
human beings and who are you to reject my gift?". Betrunkene Zurufe von
ungeduldigen Kaizers-Fans wurden mit sehr schönen sarkastischen Kommentaren
abgewürgt. Bis jetzt ist Geoff Berner der beste Support-Act gewesen,
den Kaizers je hatten. Und damit kommen wir jetzt zum Hauptact des Abends.
Das neue rote Kaizers-Logo haben die Herren nicht mitgenommen, daher prangte
noch die Gasmaske im Hintergrund. Ganz traditionell ging es mit Tom Waits
"Russian Dance" als Intro los, das Sabbern setzte ein. Die Herren
betraten nacheinander die Bühne und wurden von einem jubelnden Publikum
empfangen. Der Opener: "KGB"!! Meiner Meinung nach eines der drei
besten Lieder auf "Maestro", sehr rhythmisch, tanzbar mit einem
eingängigen Refrain und seltsamem ätschi-bätschi-Gesang. Direkt
hinterher kamen "Delikatessen" und "Knekker Deg Til Sist",
zu dem Kaizers kürzlich ein Video gedreht haben. Erst nach diesen drei
Songs machte Janove die erste Ansage. Er hatte übrigens beschlossen,
sein Publikum "Frankfurter Allgemeine" zu nennen, übte sich
auch ein wenig in Deutsch, in dem er Sätze wie "Spielen Sie in der
Bundesliga?" brachte.
Nach "Mann Mot Mann" folgte eine etwas abgewandelte verrocktere
Version von "Container", die mir persönlich sehr gefiel. Danach
spielten die Herren "Senor Flamingos Adieu", "Blitzregn Baby",
"Bøn Frau Helvete", "Evig Pint", "Kontroll
På Kontinentet", "Dieter Meyers Institution" und "Maestro".
Das Tonnenintermezzo bei "Dieter Meyer" wurde diesmal übrigens
perfekt durchgezogen, soviel Energie und Spannung ist noch nie zwischen Geir
und Janove geflossen (ja, ich werde jetzt esoterisch). War die Koordination
in Stavanger und Bergen noch ein wenig problematisch gewesen, so saß
jetzt jeder Hieb auf den Tonnen. Einfach nur geil! Im Übrigen war es
jetzt das zweite Kaizers Konzert, bei dem richtig gepogt wurde, selbst vor
Stagedivern war man diesmal nicht gefeit. Am Ende von "Evig Pint"
sang Janove dann plötzlich ein paar Zeilen von einem Oasis Lied (kann
nicht sagen welches, da ich Oasis ganz grauenhaft finde), die Strophe passte
aber sehr gut zum Lied, insofern war es einfach cool gemacht. Zwischendurch
kam auch Elvis aka Tor (mein Lieblings-Rowdie) in seinem roten Glitzerkostüm
auf die Bühne und wurde von Janove vorgestellt. Janove versuchte außerdem
Hellraizer Geir zu verkuppeln, indem er einen Flaschendeckel ins Publikum
warf (der Gewinner sollte ein Date mit Geir gewinnen), aber Geir wäre
nicht Geir wenn er nicht zaubern könnte, und so hatte er den Flaschendeckel
selbst in der Hand, das war dann also nix meine Damen. Allerdings zeigte sich
Killmaster willig – und todesmutig ("I want to make love to everybody
in ze audience"), und die Interessenten wurden auf das Zimmer 505 im
Park Inn Hotel eingeladen (wer war da??).
Die männlichen Anwesenden kamen auf jeden Fall auf ihre Kosten, als sich
zwei Mädels im Publikum ihre Shirts auszogen, damit auch Janove sich
auszog. Ich sag doch, die Jungs machen einen willenlos!! Die Zugabe bestand
aus "Ompa Til Du Dør" und dem Gypsy Finale, wobei Geir und
Terje das gesamte "Bak Et Halleluja" auf den Tonnen verbrachten.
Laut Janove landet die Band jedes Mal, wenn sie so spielt auf den Covern der
Auto-Magazine. Bitte was? Man sieht, an Humor uns Spannung hat es nicht gefehlt,
da kommt kein Überraschungsei heran. Sowohl die musikalische Darbietung
der neue Songs als auch die Band-Fan-Kommunikation waren wunderbar. Ich könnte
gar nicht meckern, selbst wenn ich wollte – oder doch!! Ich hätte sehr
gerne "Auksjon" gehört, aber das interessiert hier ja niemanden.
Noch drei Konzerte und ich werde mein 40. Kaizers-Konzert erleben. Aber erstmal werde ich Kaizers nach Persepolis bringen. Mal schauen, ob meine Landsmänner und
-frauen ihnen was abgewinnen können…
Shirin
Ekelwetter, Zuschauer frei nach Otto Waalkes' "Wie noch jünger?" zum Bestaunen der schlechtesten Band des letzten Jahrzehnts herbeigeeilt, immerhin bewiesen die Sportfreunde soviel Geschmack, dass sie nicht nur Kaizers T-Shirts tragen, sondern die Band sogar zum Konzert laden. Deshalb Schluss mit dem Gelästere an dieser Stelle.
Da war es wieder, das Gefühl vom ersten Mal. Ein Publikum, das die Herren noch nicht kannte. Bis auf ein paar gut verteilte Ausnahmen. Eine frug auch nach dem Save-Me T-Shirt, ob man das denn irgendwo auf dem Festivalgelände käuflich erstehen könne. Die Antwort "Nein, das ist selbst gemacht" wollte die Dame nicht so recht glauben. Die Erklärung, Kaizers nähmen bei Einzelkonzerten selten den Merchandiser mit half da auch nicht weiter. Die Roadies bauen auf, Geir, Terje stimmen und testen die Gitarren, Rune macht noch schnell Soundcheck. Dann Endlich! Das bekannte Waitssche Intro läuft, Nebel, Helge intoniert Ompa til du dør, so möchte man es haben als Kaizersjünger. Einige schauten verwirrt, die meisten jedoch interessiert. Recht bald verließen die ersten beiden Girlies vorderste Reihe. Nach Kontroll på Kontinentet fing der Jackal mit seinen Publikumsspielen an, die in der Tat wieder wirkten. Die selbstbewusste (überschätzende?) Aussagen, bei Kaizers Open Air höre stets der Regen auf sollte sich auch heute bewahrheiten und trug wohl zur Geneigtheit der Zuschauer bei. Wir bekamen von den neuen Songs Delikatessen und Maestro zu Gehör, im Set fanden sich noch Container, Sigøynerblod und Bøn fra helvete, heute nicht im Gypsy Finale sondern fein verteilt. Es hatte den Anschein, als würden noch einige der etwa 2000 angereisten Sportfreundinnen und -freunde sich Kaizers noch einmal genauer anhören wollen. Wir hoffen darauf. Zwei Bekannte Forumsdamen, die auch schon den Preikestolen bereisten, trafen wir erst nach dem Konzert, als es passend zur Musik von "Die Sterne" wieder anhob zu regnen und ich mir die Frage stellte, wie man Jahrzehntelang solche musik im Proberaum spielen kann ohne in eine geschlossene Anstalt eingewiesen zu werden oder vor Langeweile tot umzufallen. Zugegeben, den Universal Tellerwäscher hörte ich auch noch mal gern. Besonders abwechslungsreich wurde es dadurch jedoch nicht. Je nun. Dem Wetter hörig verließen wir dann auch die Szenerie. Kurz und gut wars. Thomas
Ich weiß ja nie, was ich von Berlin halten soll. Eigentlich
finde ich die Stadt hässlich und verbaut, aber dann entdecke ich doch
immer wieder ein Stück Berlin, das voller Großstadt-Flair und
Atmosphäre ist. So auch diesmal, als ich mit Freunden vor der Arena
Berlin direkt an der Spree stand und zum ersten Mal die Hoppetosse sah,
die anscheinend jeder Berliner kennt. Ein Schiff, auf dem man gut essen
und feiern kann, neben dran ein in den Fluss eingelassener Swimmingpool,
das Badeschiff. Die Berliner wissen, wie man es sich gut gehen lassen kann.
Die Arena selbst hat eine Kapazität von 7.500, für das Pop d'Europe
Festival war aber etwa die Hälfte abgetrennt. Schon das Programm las
sich ein wenig seltsam, denn was sollen Kaizers Orchestra auf einer "Eastern-Block-Party"?
und bis zum Beginn der Veranstaltung war nicht klar, ob Kaizers nun Hauptact
sein werden oder nicht. Mit ihnen spielten sollten noch das Multikulti-Ensemble
Shantel Bucovina Club Orkestar und !DelaDap aus Österreich. Die Rede
war von Gypsy Musik und osteuropäischer Musik, alles, was Kaizers beeinflusst
hat, aber was war mit Rock?
!DelaDap machten den Anfang. Die siebenköpfige Wiener Band, deren Mitglieder
ursprünglich aus Ungarn, Tschechien und Slowakei kommen, nennt ihre
Musik "Nu-Roma" oder "Nu-Gipsy" und vermischt Roma und
Sinti Klänge mit Dub und Soul. Leider recht enttäuschend, u.a.
auch weil die Sängerin meiner Meinung viel zu kühl und träge
daherkam. Der Funke wollte einfach nicht überspringen. Das sollte sich
bei der nächsten Band, dem Shantel Bucovina Club Orkestar ändern.
Der Produzent und DJ Stefan Hantel alias Shantel vermischt die Musik seiner
rumänischen Vorfahren mit neuen Elektro-Beats. Die Blaskapelle gab
auf der Bühne her, was sie konnte. Man fühlte sich stark an den
serbo-kroatischen Musiker Goran Bregovic, aber auch an Fanfare Ciocarlia
erinnert, aber das machte nichts, denn das Club Orkestar sorgte für
eine Höllenstimmung. Als Herr Hantel dann noch Wodka an die ersten
Reihen verteilte (wovon eine Menge in meinen Haaren kleben blieb…) drehte
das Publikum vollkommen durch. Da tanzte das alternative Berlin sich die
Seele aus dem Leib. Jedesmal, wenn Herr Hantel "Berlinoooooo"
in die Menge rief, schrien die Zuschauer so laut sie konnten zurück.
Was für ein Spaß! Das Shantel Bucovina Club Orkestar ist live
definitiv sehenswert, ob die Musik aber auf Platte auch so schön schräg
daherkommt, kann ich leider nicht sagen.
Das Problem, das sich nach diesem explosiven Auftritt stellte: werden Kaizers
dieses Konzert mit ihrer so andersartigen Musik überhaupt überbieten
können? Das Publikum war eindeutig auf Ethno-Musik eingestellt (sieht
man von den anwesenden Kaizers-Fans ab), und so sehr Kaizers von dieser
Musik auch beeinflusst sind, am Ende machen sie ja doch reinen Rock. Hätten
sie mit "Sigøynerblod" angefangen, hätten sie besser
an die Stimmung anschließen können, aber leider eröffneten
sie den Abend mit "På Ditt Skift", was erstmal ein harter
Kontrast zum schnellen, extatischen Sound der Bukovina war. Gut, man kann
Kaizers nicht ihren eigenen Sound vorwerfen, und daher kann ich getrost
sagen, dass das Konzert an sich sehr gut war. Nur passte es nicht zum Gesamtkonzept
des Festivals, das ja eher einen Folkfestival-Charakter hatte, womit Kaizers
schon einige schlechte Erfahrungen gemacht haben. Nun gut, da musste man
jetzt durch. Mit "Hevnervals" und "Container" konnte
die Band dann auch wieder schnellere und schrägere Töne anbieten,
zu denen das tanzwütige Publikum sich wieder bewegen konnte. Danach
folgten "Evig Pint" und "Di Grind", wonach der Jackal
dann auch endlich lockerer wurde und mehr auf das Publikum einging. Es wurden
wieder die Zuschauer aus skandinavischen Ländern dazu aufgefordert,
sich zu melden, wobei die Schweden sofort die Aufforderung erhielten, den
Raum zu verlassen. Übrigens, wer sich da nicht auskennt, könnte
schnell meinen, Kaizers hätten was gegen Schweden, dabei ist diese
Rivalität zwischen den nordischen Staaten ein running gag. Ich habe
noch keinen Norweger kennengelernt, der nicht über die schwedischen
oder finnischen Nachbarn hergezogen wäre, umgekehrt ist es genauso.
Auf jeden Fall wurde noch ein Fan dazu aufgefordert, ein paar "wise
words" zu sagen, leider war genau dieser sternhagelvoll und bekam nur
Hirnmatsche auf die Reihe (im Übrigen nervte er dann während des
restlichen Konzertes nur rum, aber nun…).
Nach einem wunderbaren "Kontroll På Kontinentet" war es an
der Zeit für neue Songs, wofür sich der Jackal dann auch das T-Shirt
auszog. Es soll Fans gegeben haben, die das nicht so toll fanden, aber die
haben anscheinend noch nie Iggy Pop nackt gesehen… Nun ja, Øyvind
pfiff wieder die schaurige Melodie zu "Senior Flamingos Adjeu",
worauf dann "Blitzregn Baby" und "Delikatessen" folgten.
Janove fragte die Zuschauer, ob sie denn jetzt endlich bemerkt hätten,
dass Kaizers eine fremde Sprache sprächen und ob sie wüssten,
welche Sprache es sei. "Of course, it’s Swedish". Lachen. Nein,
natürlich nicht, Schweden sei ja so scheiße, aber das stimme
doch alles auch wieder nicht, alle schwedischen Fans seien dazu eingeladen,
nach der Show Backstage zu kommen. Also wieder Friede, Freude, Eierkuchen.
Die spinnen die Skandinavier. Als letzten Song spielten Kaizers dann noch
"De Involverte". Für mich immer noch eines der großartigsten
Kaizerergüsse, weil es mir jedes Mal Gänsehaut gibt. Die größte
Überraschung des Abends war dann, dass Kaizers als Zugabe nicht das
"Gypsy Finale" spielten, sondern "Bønn Fra Helvete"
und (endlich!!) auch "Maestro", das live doch wirklich mehr als
genial ist. Typisch Kaizers, nach soviel Gypsy Musik wollten sie dann einfach
nicht mehr das "Gypsy Finale" spielen. Find isch jut!
Kaizers auf dem Dach des Universal-Gebäudes? Das muss man sich anschauen. Wenn es schon mit Prekestolen nicht geklappt hat, wo Kaizers mehrere hundert Meter über einem Fjord spielten. Universal hatte die Fachpresse zu diesem einzigartigen Gig eingeladen und diese war zahlreich erschienen. Ein wenig bizarr mutete das schon an, das altbekannte und liebgewonnene Kaizers-Set vor einer Panorama-Ansicht Berlins. Und um schnell ins medias res zu gehen: dieses Konzert war der absolute Hammer!! Ob es die frische Luft war oder die erhebende Aussicht, die Band hatte das Publikum fest im Griff und hier und da erlaubte sich ein Pressefutzi auch mitzuklatschen und die Hände in die Luft zu heben. Die Band fing sofort mit "Bønn Fra Helvete" an und spielte einen Knaller nach dem anderen, natürlich wurde als Zugabe dann auch das "Gypsy Finale" gespielt. Zwischenzeitlich wurde ein kleiner blonder Junge auf die Bühne gelassen, der die Tamburine spielen durfte und sichtlich großen Spaß dabei hatte. Killmaster war an diesem Abend in sehr guter Verfassung und ließ den Rockstar aushängen und endlich konnte man sich Gasmasken-Helge mal vom Nahen anschauen. Dieser Mann ist wirklich ein Unikat, wenn nicht gar ein Omen… Zum Glück hat sich bei diesem Konzert niemand vor Glück vom Gebäude gestürzt und es wurde danach noch fröhlich weitergefeiert. Sollten Kaizers es, wie ich vermute, geschafft haben, sich auf diesem Gig in die Herzen der Presse zu spielen, wird es für sie sehr einfach werden, den deutschen Markt endlich mit ihrer Chaos-Musik zu infizieren. Und Herrschaften, es ist wieder Zeit für Chaos. Wer kann denn noch diese ganze Gehirn verseuchende Weichspül-Musik aushalten, mit der unsere Gehörgänge verpestet werden. Ich nicht. Der Kontinent ist fällig! Kaizers kommen! Shirin
Nach dem sowie missglückten als auch unfreiwillig komischen Versuch, den Preikestol im norwegischen Hochgebirge zu erklimmen, um die Herren Kaizer bei ihrem wohl abenteuerlichsten Konzert zu sehen, entschlossen wir uns dazu, einem weniger spektakulären Konzert zu unserem 10. Konzertjubiläum beizuwohnen: Greifswald, am 12. Mai diesen Jahres. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, sich in der gigantischen Hafenmetropole zu orientieren, haben wir doch noch die hiesige Studentenmensa, die einfach nichts an altem Charme verloren hatte, gefunden, in welcher Kaizers Orchestra zu späterer Stunde spielen sollten.

Da wir durch nebensächliche Tätigkeiten ein wenig
aufgehalten wurden, kamen wir ein wenig verspätet in der Spielstätte
an. Bei unserer Ankunft waren die Räumlichkeiten bereits ordentlich
gefüllt, ganz gut belüftet und größer als zunächst
angenommen.
Die erste Vorband (Dharma) hatten wir also schon mal zu 9/10 verpasst...
- Die Band, die nach Dharma auf die Bühne kam, The Low Frequency in
Stereo, konnten uns durch ihre simple Großartigkeit erfreuen. Größtenteils
instrumental gehalten, lockten die Norweger mit der Mixtur aus verzerrten
Synthiemeldodien, New Jazz und einfachem Rock sogar die triefnäsigsten
Greifswalder hinter den Bierständen hervor. The Low Frequency In Stereo
war, jedenfalls in unseren Augen, die beste Vorband, die Kaizers hierzulande
hatten – aber so toll sie auch waren, eigentlich war doch von vornherein
klar, weswegen man sich in der legendären Mensa versammelt hatte: das
Publikum wartete vornehmlich auf Kaizers!!! Gespannt auf die norwegischen
Paten des Gypsyrock, die ein paar neue Songs im Gepäck haben sollten.
Und dann geschah das, was man sich nach gut einem halben Jahr Kaizersabstinenz
sehnlichst gewünscht hatte: Licht aus, Russian Dance an, Kuschelatmosphäre
in der ersten Reihe. Der Beginn des Sets erinnerte an alte Zeiten, und auch
an den Zwischenansagen des – zur Freude vieler weiblicher Fans erste Reihe/Mitte
gründlich rasierten - Jackals hat sich nur wenig geändert. Zwischendurch
wurde häufig betont, dass das bisher gehörte noch gar nichts sei
– bis man irgendwann in der Mitte zugab: Von nun an geht’s bergab. Um die
Stimmung aufzulockern, wurde kurzum ein kleiner Schimpfwortwettbewerb ins
Leben gerufen, denn die Orchestraten waren informiert, dass die Greifwalder
Uni über eine skandinanavische Fakultät verfügt.
Nachdem wir unsere Lektionen gelernt hatten, wurde es schummerig – und Senjor
Øyvind pfiff mit minimaler Begleitung das erste neue Lied dieses Abends
"Senior Flamingos Adjø", das, wie ich glaube, Weltpremiere
hatte. Im Anschluss folgte "Blitzregn Baby"– das weiß ich
aber nur, weil ich die Setliste vor mir zu liegen habe, denn an diesen Song
kann sich keine von uns beiden so richtig erinnern – lediglich, dass er
ein relativ schnelles Tempo hatte.
Bei der Ankündigung von "Delikatessen" musste die Band erstaunt
feststellen, dass das deutsche Publikum mit der Vokabel aufgrund sprachlicher
Gemeinsamkeiten bereits vertraut war, und so wurde das Publikum in die Refrainarbeit
miteinbezogen. Den Abschluss bildete das obligatorische Gypsy Finale, wo
Band und Publikum ihr letztes gaben. Glücklich und nach langer Zeit
endlich wieder erlöst, blickten wir also auf ein großartiges
Kaizerkonzert zurück, das auf ein tolles neues Album hoffen und die
Zeit bis zur Septembertour viel zu lang erscheinen lässt.
Karoline und Janin
Endlich war das gesamte Save-Me-Kaizer-Team seit langem wieder gemeinsam unterwegs. Thomas, Karsten und ich, und auch Carmen musste mit, setzten uns in das schöne Kaizermobil und machten uns Freitag Abend auf den Weg nach Bochum. Nach zwei Stunden Stau und diversen Metal-Tapes (Carmen bekam eine Unterrichtsstunde in punkto Schwermetall) kamen wir dann auch endlich an. Die Fan-Base war schon da und man wartete gemeinsam auf den ersten Act des Abends, Ephemera. Zum Glück gibt es Bier, das verkürzt die Zeit ungemein...
Die erste Band, bestehend aus drei hübschen Norwegerinnen und zwei Gastmusikern, nennt sich Ephemera. Die Mädels aus Bergen sind in Norwegen große Stars und haben dort schon einige bedeutende Preise eingeheimst. Sie strafen ihren Bandnamen (der "Eintagsfliege" bedeutet) anscheinend Lügen, denn es gibt sie schon seit zehn Jahren. Schön und gut! Aber was können sie live? Darf ich ehrlich sein? Das Publikum langweilen. Sorry, in Watte gepackte, rosa Songs haben bestimmt ihre Daseinsberechtigung, aber auf einem Kaizers-Abend? Ein wenig peinlich war es auch, als eins der Mädels sich bei einer Ansage verhaspelte und sich damit entschuldigte, dass ihr Englisch nicht so gut sei. Ein wenig unpassend für eine Band, die auf Englisch singt...Während also einige männliche Zuhörer sich Gedanken darüber machten, wie die Damen wohl nackt aussehen, wurden andere von einer Art Stehschlaf übermannt, und die meisten waren froh, als es endlich vorbei war. Die Band selbst wahrscheinlich auch. Vergleichbare Musik machen übrigens die deutschen Wonderwall mit ihren ebenfalls überzuckerten Gutenachtmelodien. Wer es mag…
Weiter ging es mit der nächsten Mädchenband, Furia. Auch sie machen schon sehr lange Musik und sind in Norwegen recht erfolgreich. Ich weiß nicht so recht, was ich von ihnen halten soll. Rein von der Optik und vom Auftreten her könnten sie eine Rotzgören-Punk-Band sein, kurze Röcke, stylische Frisuren, rosa Gitarren mit Totenkopfaufklebern, Tatoos und Schweißbänder, alles was das Glampunkherz begehrt. Die Musik war dann aber doch anders. Was sie da zum Besten gaben, war etwas träger, verpoppter Rock, und da konnte die Gitarristin noch so sehr in die Knie gehen und sich auf dem Boden wälzen, wild ist etwas anderes. Ich denke, dass Furias Musik durchaus solide und mit Herz gemacht ist, aber vielleicht passt sie nicht ganz in das Vorprogramm von Kaizers. Ob sie genügend Wiedererkennungswert hat, kann ich nicht sagen, denn uns fielen andauernd vergleichbare Bands ein. Fazit: es genügt nicht wie Courtney Love auszusehen, wenn die Musik einfach nicht rockt (hat das jetzt jemand verstanden?? ;-) Ach, egal, eigentlich geht es hier ja um Kaizers…

Ich glaube mittlerweile, dass ich zum Pawlowschen Hund mutiert bin. Sobald das Licht ausgeht und die ersten Klänge von "Russian Dance" erklingen, fange ich vor Aufregung zu sabbern an. Nein, so schlimm ist es nicht, aber ein wenig was von Konditionierung hat dieses Intro schon. Aber noch mal von vorne angefangen: das Licht ging aus, der "Russian Dance" ertönte und alle fingen zu klatschen, schreien und pfeifen an. Und das war nicht nur die Erleichterung darüber, dass die beiden anderen Bands endlich weg waren. Es waren auffällig viele Kaizers T-Shirts unterwegs, so dass man davon ausgehen kann, dass sich der Kaizers-Virus auch in der tourfreien Zeit der Band stark verbreitet hat. Eröffnet wurde der wilde Tanzabend mit "Ompa til du dør". Alle Bandmitglieder sahen heil und gesund aus, wir sandten ein Stoßgebet gen Himmel und tanzten los. Überraschenderweise wurde vorne sehr wild gepogt. Und viele kannten auch die Texte und sangen mit. Aus den ersten Alben wurden dann noch gespielt "Bønn Fra Helvete", "Hevnervals", "Container" und "Di Grind". Und dann kam es so, wie wir es uns erhofft hatten: Janove sagte den ersten neuen Song aus dem kommenden Album an, nämlich "Senior Flamingos Adjø", das hauptsächlich daraus bestand, dass Øyvind Thunder eine sehr schummerige und schöne Melodie pfiff (schon letztes Jahr hatte er ja mit Pål Jackman auf der Bühne seine Pfeifkünste zur Schau gestellt).
GeirDer Song ging dann über in das nächste neue Stück namens "Blitzregn Baby" (leider konnte ich nicht herausfinden, wie man zu diesem äußerst originellen Titel gekommen ist), der mit einem sehr schnellen Beat mit 60er Jahre Pre-Punk-Attitüden daherkam (ich habe den Song leider nicht mehr im Ohr, deswegen verzeiht, wenn ich hier nur auf meine halbbesoffen dahingeschmierten Notizen zurückgreife). Erster Eindruck: sehr kraftvoll und tanzbeinorientiert. Danach spielten Kaizers "Kontroll På Kontinentet", wobei Mister Hellraizer es sich nicht nehmen ließ, wieder die Mumie mit dem Handtuch auf dem Kopf zu mimen. Seltsam, diese Norweger… Auf "Kontroll" folgte nun "På Ditt Skift" aus dem kommenden Album, das schon auf der letzten Tour einige Male zum Besten gegeben wurde. Wird immer besser! Der nächste neue Song "Delikatessen" wurde angesagt als ein Stück, das von einer "mental institution" handelt. Dieses Institut gehört dem deutschen Dieter Meier (aaah…!) und man nennt das "hardcore department" des Instituts (ich nehme mal an, damit ist die geschlossene Abteilung gemeint) liebevoll "Delikatessen" (da muss ich doch an diesen herrlichen französischen Film denken…). Janove übte mit uns erstmal den Refrain, der eigentlich einfach nur aus einem schnell und kraftvoll herausgeschrienem "DELIKATESSEN" bestand. Ein Song zum Mitklatschen und Mitschreien, sehr bluesig und rockig mit Anleihen an Western-Musik (steht zumindest in meinen überprofessionellen Notizen...).Machte endlos Spaß und könnte jetzt schon mein Lieblingssong werden. Jawohl!! Nur das mit dem Dieter Meier muss ich mir noch mal erklären lassen… Dann war es auch schon Zeit für die Single, die wir wahrscheinlich im Juli um die Ohren geklatscht bekommen werden.

Ich kannte sie schon bruchstückweise aus Videoclips und war schon sehr gespannt auf den gesamten Song. Der Sound war ungewöhnlich funky und bluesy und ein wenig an black music angelehnt. Janove brillierte mit einer ungewöhnt rauen, fast schwarzen Stimme, vor allem als er den Refrain "Sving din hammer" (ja genau, schwing deinen Hammer) sang. Und er kündigte an, dass sie damit die erfolgreichste Single aller Zeiten herausgeben wollen, und das nicht nur in Europa, sondern auch in den USA, Afrika und vielleicht sogar auf dem Mond. Es wird sich erstmal zeigen müssen, wie "Maestro" bei alten und neuen Fans ankommt. Auf jeden Fall versprechen die gespielten Lieder einen für Kaizers typischen wilden Mix aus verschiedenen Musikstilen und auch die Ölfässer kommen wieder zum Zug. Viel 50er, 60er, viel Blues und Rock und massig Spaß. Es sieht so aus, und das sind jetzt reine Mutmaßungen, als wenn auch auf diesem Album, wie schon auf Ompa, einige Figuren vorkommen, um die herum die Texte gesponnen sind. Der mysteriöse Senior Flamingo, der verdächtige Dieter Meier und eine gewisse Clementine tauchen öfter auf. Und auch die Psychiatrie scheint eine Rolle zu spielen. Wenn das nicht viel versprechend ist!!
Als Zugabe spielten Kaizers dann noch das unerlässliche "Gypsy Finale". In Norwegen wissen die Fans das natürlich und schreien in der Pause immer nach der "Gypsy Finale". Vielleicht wird das in Deutschland auch irgendwann der Fall sein?? Auf jeden Fall endete Kaizers sei Dank ein schlaff begonnener Abend in purer Extase, orgastischen Tänzen und Gesängen. Ich gratuliere hiermit all denjenigen, die sich durch meinen Klammerdschungel durchgekämpft haben und hoffe auf eine (erfolgreiche) Kaizers-Tour. Shirin