
Janove Ottesen
"Francis’ Lonely Nights"
| „Francis’ Lonely Nights“
heißt das erste Soloalbum des 29jährigen Norwegers Janove
Ottesen, der sich bereits einen Namen als Sänger und Songwriter
der norwegischen Kultband Kaizers Orchestra gemacht hat. Musikkenner
und Fans werden seine Stimme und die humorvolle Art Texte zu schreiben
sofort wieder erkennen. Doch bei „Francis’ Lonely Nights“
handelt es sich um eine ganz neue Facette des Janove Ottesen: Nicht
nur, dass er erstmals englische Texte zum Besten gibt, die Klangfarbe
seines Solo-Projektes ist in der Singer-Songwriter-Ecke anzusiedeln.
„Francis’ Lonely Nights“ hat eine dunkle, aber
angenehme Atmosphäre. Janove: „Ich habe eine Jumbo-Akustikgitarre eingesetzt. Auf ihr basieren alle Songs und der Sound. Die Leute haben vielleicht super kreative und innovative Musik von mir erwartet, aber ich wollte es so einfach wie möglich halten – und trotzdem effektiv!“ Obwohl „Francis’ Lonely Nights“ Janoves Sideprojekt zu Kaizers Orchestra ist, bezeichnet er es als Zufall, dass er zuerst mit Kaizers startete und nicht solo. Seinen ersten englischen Text schrieb er bereits 1999. „Ich habe eigentlich immer den ganzen Tag auf der Couch gesessen, rumgeklimpert und Texte geschrieben – auch nur für mich. Dann kam der Erfolg mit Kaizers und hat das alles unterbrochen“, sagt er. „Es hätte auch andersrum laufen können.“ Zwei Kaizers Alben und vier Tourneen später hat Janove 20 Songs für sein Soloprojekt geschrieben. |
Die zwölf besten finden sich auf „Francis’ Lonely Nights“ wieder, das im April und Mai 2004 in den berühmten Duper Studios aufgenommen wurde. „Das war die erste Gelegenheit für mich, an meinem Soloprojekt zu arbeiten. 2004 hatte ich quasi ein Jahr frei, weil wir mit der Band nicht auf Tour waren. Und ich sage immer: Man muss Chancen nutzen, wenn sie sich bieten! Und mir ist klar, dass ich die nächsten Jahre nichts anderes machen möchte, als Musik. Also griff ich zu.“ Rückblick: Die Liebe zur Musik entdeckte Janove Ottesen wie viele schon als Kind. Seit seinem achten Lebensjahr sang er in Bands, mit 15 Jahren bekam er seine erste Gitarre, und Klavier spielen lernte er ebenfalls. Im Gegensatz zu vielen anderen seiner Kollegen träumte er aber noch nicht davon, mit der Musik seinen Lebensunterhalt zu verdienen. „Ich wollte Bauarbeiter werden, das war auch mein Großvater. Ich fand das toll“, erinnert er sich. Es sollte jedoch ganz anders kommen – Janove sollte Profi-Kicker werden! Janove: „Eine Zukunft als Profi-Fußballer war damals einfach am realistischsten, weil ich da richtig gut war. Mit fünf habe ich angefangen, mit 16, 17 gehörte ich sogar zum Kader der Norwegischen Nationalmannschaft.“ Doch die Musik ließ ihn nicht los. 1995 beendete Janove seine Fußballkarriere und begann zu studieren. Er verließ die Uni als Musiklehrer. Unterrichtet hat er bis heute noch kein einziges Mal – Kaizers Erfolg machte ihn zum Vollzeit-Musiker! „Die Musik kommt ganz natürlich zu mir. Ich muss nicht hart arbeiten, um einen Song zu schreiben. Erst kommt die Musik, dann folgen die Texte – kleine, abgeschlossene Geschichten, die selten autobiografischer Natur sind. Ideen und Songs kommen mir überall – im Hotel, im Café, wenn ich spazieren gehe – ich laufe immer viel, wenn ich eine kreative Phase habe“, so Janove. „Und die Musik ist immer noch mein Hobby. Wenn ich von einem Promotrip wiederkomme und relaxen will, dann greife ich sofort zur Gitarre. Das ist für mich die beste Medizin. Als ich von der letzten Tour gekommen bin, hatte ich ein paar Wochen frei und habe sofort wieder geschrieben. Ich bin Komponist.“ Und als Komponist ist Janove Ottesen nicht festgelegt, wie sein Soloalbum beweist. „Es gibt 1000 Dinge, die ich musikalisch gerne umsetzen würde. Und wenn ich 900 davon verwirklichen kann, dann bin ich ein glücklicher Mensch. So habe ich neben Kaizers und meinem Soloprojekt auch für einen norwegischen Film Musik geschrieben, woraus eine Nr. 1 Single hervorging – ein richtiger Popsong.“ |
Auch wenn es jetzt so scheinen mag, dass
Herr Ottesen auf jeder Hochzeit tanzen könnte, ist er sehr fokussiert
und überlässt nichts dem Zufall. Janove: „Ich schaue
nicht zurück, sondern nur nach vorne. Wie gesagt, ich habe so
viele Ideen und habe die Möglichkeit, sie umzusetzen. ![]() Ich möchte vier Soloalben machen, mit Musik, die ich mag. Daher muss ich schon jetzt darüber nachdenken, was ich tun werde. Welche Ideen ich wie umsetzen möchte. Sprich, wie alle vier Alben klingen sollen!“ Woher dieser Antrieb kommt? „Nun“, antwortet Janove, „ich habe eine ziemlich gute Vorstellungskraft und weiß genau, wie es sein würde, wenn ich alles, was ich habe, verlieren würde. Ich muss das nicht erst erleben, um es zu begreifen. Ich möchte die nächsten zehn Jahre Musik machen. Deshalb treffe ich Vorkehrungen, damit alles funktioniert. Ich bin Jungfrau, das erklärt alles.“ Irgendwann einmal, wenn er ruhiger wird, möchte er sich ganz
der Familie widmen und seinem zweiten Hobby: Hunde, irische Wolfshunde
um genau zu sein. Von denen möchte er einige haben. Aber das
muss warten. Eine Solotour ist für Frühjahr 2005 geplant. |

